Gespräche über die Zukunft der Gemeinschaftsschule laufen

Aus der Volksstimme von Udo Mechenich

Bildungsminister Marco Tullner sagt bei einem Besuch vor Ort Hilfe bei der Verbesserung der digitalen Versorgung zu

Langenweddingen | Der Bildungsminister Sachsen-Anhalts, Marco Tullner (CDU), besuchte kürzlich die Gemeinschaftsschule Sülzetal in Langenweddingen. Nach einer Schulbesichtigung nutzte Schulleiterin Pia Trautner-Böl die Gelegenheit, um mit ihm die Lernsituation in Langenweddingen zu besprechen.

Die Führung begann im Erdgeschoss mit den Werkstätten, dem Gymnastikraum sowie den Fachräumen der Arbeitsgemeinschaften. Hierzu gehören das Chemie- und Biologiekabinett. Anschließend folgten der Hauswirtschaftsraum, der Musiksaal und der Kunstraum. In der Aula gab es abschließend die Aussprache.

„Solch ein Bersuch ist schon relativ ungewöhnlich für mich auch. Ich bin ja nun hier in Langenweddingen erst zwei Monate im Amt, und dann kommt gleich mein oberster Chef, da fühl ich mich schon ein bisschen geehrt, dass unsere Schule für den Besuch ausgesucht wurde. Da haben wir natürlich die Chance genutzt und unsere Schule bestmöglich präsentiert“, sagt Schulleiterin Trautner-Böl. Solch eine Chance biete sich der Gemeinschaftsschule nicht jeden Tag.

„Wir haben das Gespräch genutzt, gerade um auch den Punkt der Digitalisierung anzusprechen. Wir sind zwar schon ziemlich gut ausgestattet, uns fehlt aber immer noch der WLAN-Anschluss, auch die Computerausstattung an sich lässt noch zu wünschen. Gerade vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie ist hier ein Nachrüsten unbedingt notwendig“, unterstreicht Trautner-Böl.

Die Zahlen der Infektionen nähmen gerade wieder Fahrt auf, da könne der Präsensunterricht schnell wieder ins Homeschooling abrutschen. Trautner-Böl: „Da brauchen wir auf jeden Fall Unterstützung aus dem Ministerium in Magdeburg, damit die Mädchen und Jungen in diesem Fall auch vernünftig zu Hause beschult werden können. Wir haben hier bei uns auch zehnte Klassen, die letztlich auf ihren Abschluss vorbereitet werden müssen.“

„Es ist immer wichtig, sich die Praxis anzuschauen. Grade unter den herrschenden Corona-Bedingungen ist es etwas ganz besonderes, zu schauen, wie die Schulen das lösen. Für mich ist es wichtig, zu sehen, wie unsere Maßnahmen ankommen. So kann ich meine Eindrücke mit nach Magdeburg nehmen und dann gegebenenfalls zielgenau nachsteuern“, betont Minister Tullner. Angesprochen auf die digitale Anbindung und Versorgung mit zeitgemäßer Ausrüstung unterstreicht er, dass „Corona gezeigt hat, dass Sachsen-Anhalt hier nachlegen muss.“

Da könne er nun schauen, wie er als Minsiter konkret helfen kann. „Es stehen Finanzmittel für die Anbindung und auch für die Ausstattung zur Verfügung. Da muss der Landkreis seine Prioritäten setzen. Nun habe ich hier erfahren, wo die Probleme in Langenweddingen liegen und kann eventuell hier ganz gezielt helfen. Für mich ist es entscheidend, dass ich als Minister neben den abstrakten Dingen, über die wir im Landtag sprechen, auch die ganz konkreten Auswirkungen kennenlerne. Diese Art der Rückkopplung ist gerade in so einem kleinen Bundesland wie Sachsen-Anhalt möglich.“

Für Guido Heuer, CDU-Landtagsabgeordneter für das Sülzetal, ist es entscheidend, dass „Minister Tullner sich in der Schule den laufenden Schulbetrieb anschauen konnte. Er konnte sich ein Bild von der Lehrerversorgung machen. All dies ist wichtig, um den Bestand der Schule zu sichern.“ Solch ein Besuch könne schon helfen, um die Unterstützung seitens des Bildungsministeriums und der Landesschulamts zu bekommen.

„Wir müssen die Bestandssicherheit der Gemeinschaftsschule absichern. Der Landkreis hat die Trägerschaft bis zum Ende des Schuljahres 2021 übernommen. Hier laufen derzeit die Gespräche. Hier muss die Gemeinde Sülzetal mit dem Landkreis Börde darüber sprechen, wie es dann weitergehen soll. Die Trägerschaft für die kommenden Jahre muss geklärt werden.“

Jörg Michelmann vom Landkreis Börde, Dezernent für Bildung, Soziales, Jugend und Integration, betont, dass „der Minister bei solchen Besuchen erlebt, was in der Praxis passiert. Wir sind in Gesprächen mit der Gemeinde, um die Zukunft der Schule sicherzustellen. 2021 geht die Nutzungsvereinbarung des Landkreises mit der Gemeinde zu Ende, und nun müssen wir schauen, wie wir danach weiter verfahren.“

Auch Andy Lankow (CDU), Bürgermeister von Langenweddingen) war bei dem Rundgang dabei. „Einen Minister in die eigene Schule zu bekommen, ist nicht so einfach. Wir müssen den Erhalt der Schule sicherstellen. Das Thema der Vertragsverlängerung liegt auf dem Tisch. Wenn es hart auf hart kommt, macht sich das Wort des Ministers vielleicht positiv bemerkbar.“

Quelle: Wanzleber Volksstimme, erschienen am 01.10.2020, Seite 15